Linux ist seit seiner ,,Geburt`` 1991 von einem kleinen, unscheinbaren Betriebssystem, das anfangs oftmals als ,,Studentenspielzeug`` bezeichnet wurde, zu einem professionellen System gewachsen, welches kommerziellen Betriebssystemen seit einigen Jahren leicht das Wasser reichen kann. Das Unix-ähnliche Betriebssystem hat die alten Strukturen des Softwaregeschäfts durchbrochen und findet in den letzten Jahren zunehmend Akzeptanz am Markt. Mit einer neuen Form der Entwicklung und Vermarktung bietet es eine echte Alternative zu etablierten kommerziellen Betriebssystemen wie z. B. Windows NT.
Was ist das ,,Besondere`` an Linux? Abgesehen von seinen Fähigkeiten hebt sich Linux vor allem durch seine Philosophie, nach der es entwickelt und verteilt wird, ab: Linux ist frei. Entsprechend der Lizenz, der GNU General Public License (GPL)[23], darf Linux ohne Lizenzgebühren weitervertrieben werden, wenn gleichzeitig der Quellcode für jedermann verfügbar gehalten wird. Dieses Prinzip der ,,freien Software`` hat den Effekt, daß Linux seit seiner Entstehung frei von firmenpolitischen Interessen weiterentwickelt wird und sich mehr an den Bedürfnissen seiner Benutzer orientiert als viele andere kommerzielle Betriebssysteme. Darüberhinaus sind die Kosten für die Anschaffung von Linux, die sich im allg. auf die Kosten für eine ,,Distribution`` (CD-ROM Set, evtl. incl. Handbuch) beschränken, weitaus geringer als die Kosten für viele Lizenzen (im allg. eine Lizenz pro Benutzer oder Arbeitsplatz) eines kommerziellen Betriebssystems.
Waren Server-Dienste in den letzten Jahren das Haupteinsatzgebiet für Linux, so wird es in jüngster Zeit auch für andere Anwendungsgebiete immer interessanter. Die Verfügbarkeit von ,,Standardprodukten`` kommerzieller Anbieter, wie beispielsweise professionellen Office-Lösungen, machen Linux inzwischen auch für den durchschnittlichen Büroarbeitsplatz oder Heimanwender attraktiv.
In den folgenden Kapiteln werden die Lizenzmodelle verschiedener Standardprodukte für Linux vorgestellt.